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Was kostet Odoo? Preise, Lizenz und Budget

Was kostet Odoo? Die Preise der drei Formeln sind öffentlich, das Projekt drumherum aber nicht. Hier lesen Sie, was der Abonnementpreis abdeckt, was dazukommt und wie Sie Angebote vergleichen.

Aktualisiert am 28. Oktober 2026

Wer nach Odoo Preisen sucht, stößt schnell auf eine Besonderheit: Der Hersteller veröffentlicht seine Tarife offen, die Gesamtkosten eines Projekts lassen sich daraus aber nicht ablesen. Das Abonnement ist nur ein Teil des Budgets. Dieser Beitrag trennt, was Odoo selbst berechnet, von dem, was Ihr Integrator in Rechnung stellt, und zeigt, wie Sie beides in Ihrem Mittelstandsbetrieb planbar machen.

Die Angaben zu Tarifen stammen von der öffentlichen Preisseite des Herstellers, abgerufen am 28. Oktober 2026. Preise können sich ändern und sind regional unterschiedlich; maßgeblich ist immer die Seite, die Sie selbst sehen.

Das Lizenzmodell von Odoo im Überblick

Odoo gibt es in zwei Editionen. Community ist quelloffen; Odoo 19 Community steht unter der LGPLv3. Enterprise ist die lizenzpflichtige Edition. Laut Odoo ist Community das Fundament, auf dem Enterprise aufgebaut ist, und ein Wechsel zwischen beiden ist jederzeit möglich.

Für die Odoo Lizenz bei Enterprise gilt: Die „Odoo Enterprise Edition License v1.0“ erlaubt die Nutzung nur mit einem gültigen Abonnement für die tatsächliche Nutzerzahl. Vertragspartner von Odoo dürfen die Software zu Test- und Entwicklungszwecken einsetzen. Eine einmalige Kauflizenz im Sinne einer Dauerlizenz sehen die veröffentlichten Unterlagen nicht vor; abgerechnet wird als Abonnement pro Nutzer.

Wichtig für die Kalkulation: Gezählt werden Personen mit Backend-Zugang. Portalnutzer, etwa Kunden oder Lieferanten, die Rechnungen einsehen oder Bestellungen verfolgen, zählen nicht als zahlende Nutzer. Das ist bei Vertriebs- und Einkaufsprozessen mit vielen externen Beteiligten ein spürbarer Unterschied zu Systemen, die jeden Zugang berechnen.

Die drei Formeln: Preise pro Nutzer

Die Preisseite zeigt drei Formeln. Standard und Custom enthalten laut Seite unbegrenzten Support sowie Hosting und Wartung der Plattform; dazu kommen tägliche Sicherungen auf zwei Kontinenten und eine Überwachung rund um die Uhr.

Formel Preis bei jährlicher Bindung Preis bei monatlicher Zahlung Hosting Besonderheiten
One App Free 0 € 0 € Odoo Online eine Anwendung (plus Abhängigkeiten), unbegrenzte Nutzer
Standard 24,90 € pro Nutzer und Monat 19,90 € pro Nutzer und Monat Odoo Online alle Anwendungen
Custom 44,90 € pro Nutzer und Monat 35,90 € pro Nutzer und Monat Odoo Online, Odoo.sh oder auf eigenem Server zusätzlich Studio, Multi-Company, externe API, agentische KI

Auf der deutschsprachigen Seite wurden die Jahrespreise als Rabatt gegenüber 31,10 € (Standard) und 56,90 € (Custom) dargestellt. Dieser Rabatt gilt 12 Monate lang für die ursprünglich bestellten Nutzer, nicht für später hinzugefügte. Rechnen Sie daher mit einem Preisniveau nach dem ersten Jahr, das vom Einstiegspreis abweichen kann.

Zusätzlich nennt die Seite eine Option „Light User“ zu 7,90 € pro Monat, die in der Formel Custom angezeigt wurde und über ein Gespräch mit einer Odoo-Beratung läuft.

Achtung: Währung und Region

Die Beträge hängen von der Region ab. Eine Suche auf derselben Seite lieferte Dollarbeträge (31,10 US$ für Standard, 61,00 US$ für Custom pro Nutzer und Monat), die nicht einfach umgerechnet den Eurobeträgen entsprechen. Vergleichen Sie Angebote deshalb nur in einer Währung und notieren Sie Datum und Region der Abfrage im Entscheidungsdokument.

Wann reicht Standard, wann braucht es Custom?

Die Frage ist selten der Preis pro Nutzer, sondern der Funktionsumfang. Custom ergänzt Studio, Multi-Company, die externe API und agentische KI. Für viele Betriebe fallen drei Punkte ins Gewicht:

  • Mehrere Gesellschaften: Wer eine Holding mit Töchtern oder mehrere GmbHs in einer Datenbank führen will, braucht Multi-Company und damit Custom. Schon das Anlegen weiterer Gesellschaften lässt eine Gratis-Datenbank in Custom wechseln.
  • Schnittstellen: Der Zugriff über die externe API, etwa für ein Shop-System, ein Zeiterfassungstool oder eine Bank-Anbindung, ist Teil von Custom. Mehr dazu finden Sie bei den Schnittstellen zu Odoo.
  • Hosting-Wahl: Nur Custom erlaubt Odoo.sh oder den Betrieb auf eigener Infrastruktur. Wer eigenen Code einsetzen oder Module von Drittanbietern nutzen will, kommt daran kaum vorbei.

Die Formel One App Free eignet sich zum Ausprobieren einer einzelnen Anwendung, etwa des CRM. Sobald Sie mehrere Bereiche verknüpfen, brauchen Sie ohnehin ein bezahltes Abonnement. Einen Überblick über die Anwendungen bietet die Seite zu den Odoo-Modulen.

Hosting: Was Odoo.sh, Online und Eigenbetrieb für das Budget bedeuten

Der Hosting-Weg verändert die Kostenstruktur deutlich.

Betriebsart Eigenschaften Budget-Folge
Odoo Online (SaaS) Hosting und Versionswechsel durch Odoo; nur Standardanwendungen, keine Drittmodule, kein geänderter Code geringster Aufwand, wenig Spielraum
Odoo.sh (PaaS) offizielle Plattform für eigenen Code: GitHub-Anbindung, Entwicklungs-, Test- und Produktionszweige, automatische Sicherungen Kosten von Odoo.sh sind im Custom-Preis nicht enthalten
Auf eigenem Server volle Kontrolle, Community oder Enterprise, Drittmodule möglich Wartung, Sicherungen und Datensicherheit liegen bei Ihnen

Für deutsche Unternehmen ist die Datenhaltung ein Thema. Odoo bietet fünf Cloud-Regionen; Sie wählen die Region der Datenbank, nicht aber, wohin Sicherungen repliziert werden. Die Sicherungen liegen laut Odoo in verschiedenen Rechenzentren in Europa und Kanada, ein konkreter Standort in Deutschland wird nicht genannt. Wer das mit dem Datenschutzbeauftragten klären muss, findet Details unter Odoo Cloud und Hosting.

Odoo nennt für sein Cloud-Angebot 99,9 % monatliche Verfügbarkeit, weist aber ausdrücklich darauf hin, dass diese Angaben rechtlich nicht bindend sind. Für Ihr Risikoverzeichnis bedeutet das: keine vertragliche Zusicherung ohne eigene Vereinbarung.

Was zum Abonnement hinzukommt

Laut Preisseite sind Einführungsleistungen, In-App-Käufe und die Wartung von individuellem Code nicht im Abonnement enthalten. In der Praxis setzt sich ein Budget deshalb aus mehreren Blöcken zusammen:

  1. Abonnement: Nutzerzahl mal Preis, je nach Formel.
  2. Einführung und Konfiguration: Analyse der Prozesse, Einrichtung der Anwendungen, Rollen und Rechte. Siehe Odoo einführen.
  3. Datenübernahme: Stammdaten, offene Posten, Bestände aus dem Altsystem. Siehe Odoo Migration.
  4. Anpassungen: Eigene Felder, Berichte, Abläufe, branchenspezifische Erweiterungen. Siehe Individualentwicklung für Odoo.
  5. Deutsche Anforderungen: Buchhaltung mit DATEV-Übergabe an den Steuerberater, GoBD-konforme Archivierung und E-Rechnung (XRechnung, ZUGFeRD). Der Aufwand hängt davon ab, wie Ihre Buchhaltung heute organisiert ist; vgl. Buchhaltung und Finanzen in Odoo.
  6. Schulung: Anwender, Key-User und Administratoren. Siehe Odoo Schulung.
  7. Betrieb: Support, Updates, Pflege eigener Anpassungen. Siehe Support und Wartung.

Ein sehr großer Teil der Gesamtkosten entfällt erfahrungsgemäß auf die Punkte 2 bis 4, also auf die Arbeit des Integrators. Konkrete Beträge nennen wir hier bewusst nicht: Sie hängen von Prozesszahl, Datenlage und Anpassungsbedarf ab. Allgemeine Orientierung zu ERP-Budgets bietet der Ratgeber ERP-Kosten.

So lesen Sie das Angebot eines Odoo-Integrators

Odoo wird in Deutschland fast immer über einen Integrator eingeführt. Wir vermitteln Kontakt zu Integratoren, führen die Projekte aber nicht selbst durch. Ein gutes Angebot erkennen Sie an folgenden Merkmalen:

  • Trennung von Lizenz und Dienstleistung. Das Abonnement sollte getrennt vom Aufwand für Einführung und Entwicklung ausgewiesen sein, am besten mit Formel, Nutzerzahl und Laufzeit.
  • Klarer Leistungsumfang. Welche Anwendungen, welche Standorte, welche Gesellschaften, welche Schnittstellen sind enthalten? Was gilt ausdrücklich als nicht enthalten?
  • Festpreis oder Aufwand. Bei einem Festpreis muss der Umfang eng beschrieben sein; bei Abrechnung nach Aufwand brauchen Sie eine Obergrenze und regelmäßige Berichte.
  • Anpassungen mit Begründung. Jede Individualentwicklung sollte erklären, warum der Standard nicht reicht. Jeder angepasste Teil bedeutet später Pflegeaufwand bei Versionswechseln.
  • Pflege nach dem Start. Wer übernimmt Updates, Fehlerbehebung und Support, und wie wird das abgerechnet?
  • Klare Rollen bei Hosting und Datensicherung. Wer ist Vertragspartner für das Hosting, wer hat Zugriff auf Code und Datenbank?

Hilfreich ist, mindestens zwei Angebote auf identischer Grundlage einzuholen, also mit demselben Lastenheft. Wie Sie dieses aufbauen, steht im Ratgeber ERP-Lastenheft. Tipps zur Auswahl finden Sie unter Odoo-Integrator wählen.

Das Budget unter Kontrolle halten

Viele Überschreitungen entstehen nicht durch den Tarif, sondern durch den Umfang. Folgende Maßnahmen haben sich bewährt:

  • Mit dem Standard beginnen. Ändern Sie Prozesse, bevor Sie Software ändern. Nur Abweichungen mit klarem betrieblichem Nutzen verdienen eine Anpassung.
  • In Phasen einführen. Zuerst die Bereiche mit dem größten Nutzen, etwa Vertrieb und Lager, dann Produktion und Personal. Das verteilt Kosten und Risiken.
  • Nutzerzahl realistisch planen. Backend-Zugänge kosten, Portalzugänge nicht. Prüfen Sie, wer wirklich im System arbeiten muss, und ob die Light-Option für einzelne Rollen in Frage kommt.
  • Änderungen schriftlich bewerten. Jede Zusatzanforderung bekommt eine kurze Aufwandsschätzung, bevor sie beauftragt wird.
  • Folgekosten mitrechnen. Eigener Code verursacht bei Versionswechseln Arbeit. Prüfen Sie vorab die Hinweise zu Odoo-Versionen und Editionen.
  • Gesetzliche Pflichten einplanen. E-Rechnung und GoBD sind keine Option, sondern Pflicht; sie gehören von Anfang an ins Budget. Lesen Sie dazu E-Rechnung im ERP.

Odoo im Vergleich: Wann sich ein Blick auf Alternativen lohnt

Der niedrige Einstiegspreis ist ein Argument, aber nicht das einzige. Verglichen werden sollte der Gesamtaufwand über mehrere Jahre, einschließlich Betrieb und Anpassungen. Gegenübergestellt werden kann Odoo etwa mit Microsoft Dynamics 365 Business Central oder weclapp. Weitere Optionen beschreibt die Seite zu Alternativen zu Odoo, und für Ihre konkrete Lage lohnt sich der Direktvergleich Odoo gegen Business Central.

Nächster Schritt

Mit Nutzerzahl, Gesellschaften, gewünschten Anwendungen und Hosting-Anforderung lässt sich das Abonnement bereits gut einschätzen. Für den Projektanteil brauchen Sie einen Integrator, der Ihre Prozesse kennenlernt. Über So funktioniert es sehen Sie, wie wir Sie kostenlos mit passenden, geprüften Integratoren zusammenbringen.

Häufige Fragen

Was kostet Odoo pro Nutzer und Monat?

Auf der öffentlichen Preisseite lag Odoo Standard bei 24,90 € pro Nutzer und Monat bei jährlicher Bindung, Odoo Custom bei 44,90 €. Bei monatlicher Zahlung wurden 19,90 € beziehungsweise 35,90 € angezeigt. Die Beträge hängen von der Region ab; prüfen Sie sie vor einer Entscheidung auf der aktuellen Seite.

Gibt es Odoo kostenlos?

Ja, mit der Formel „One App Free“: eine einzige Anwendung samt Abhängigkeiten, unbegrenzte Nutzer, gehostet auf Odoo Online. Studio zu installieren oder weitere Gesellschaften anzulegen führt dazu, dass die Datenbank in die Formel Custom wechselt. Daneben gibt es die quelloffene Community-Edition unter LGPLv3, die Sie selbst betreiben.

Welche Kosten kommen zum Odoo-Abonnement hinzu?

Einführungsleistungen, In-App-Käufe und die Wartung von individuellem Code sind laut Preisseite nicht im Abonnement enthalten. Hinzu kommen je nach Projekt Datenübernahme, Schnittstellen, Schulung und gegebenenfalls Odoo.sh-Kosten bei der Formel Custom. Den größten Posten bildet in der Regel die Arbeit des Integrators.

Wer zählt als zahlender Odoo-Nutzer?

Zahlende Nutzer sind Personen mit Zugang zum Backend. Portalnutzer wie Kunden oder Lieferanten werden nicht als zahlende Nutzer gezählt. Für Mitarbeitende mit sehr begrenztem Bedarf nennt Odoo außerdem eine Light-Option, die in der Formel Custom angezeigt wurde.

Kann ich später von Community zu Enterprise wechseln?

Laut Odoo ist der Wechsel zwischen den Editionen jederzeit möglich, Community ist das Fundament, auf dem Enterprise aufbaut. Enterprise darf nur mit einem gültigen Abonnement für die passende Nutzerzahl betrieben werden. Planen Sie den Wechsel mit Ihrem Integrator, besonders wenn Sie Zusatzmodule einsetzen.

Quellen

  1. Odoo – Preise
  2. Odoo – Preise (Deutschland)
  3. Odoo – Editionen
  4. Odoo 19 – Lizenzen
  5. Odoo – Hosting-Arten
  6. Odoo – Cloud SLA

Die genannten Softwarenamen sind Marken der jeweiligen Hersteller und dienen ausschließlich der Information. Diese Website ist unabhängig und steht in keiner Verbindung zu den Herstellern.